Wir entschlossen uns, nach einer lang
anberaumten Mannschafts-sitzung, die dann nach einminütiger Kampfabstimmung
mal wieder in einem Gelage endete, erneut ins landschaftlich so schöne
und besonders kulturell ansprechende Münsterland zu reisen.
Auch diesmal waren wir uns schon vor Reiseantritt sicher, dass der Alkohol zum
absoluten Todfeind erklärt wurde, was ja auch so seine guten Seiten haben
kann.
Genau aus diesem Grund taten wir uns mit
allen drei Mannschaften zusammen, um diesem schier übermächtigen Gegner
Herr zu werden.
Erfreulicherweise konnten und wollten sich alle bis auf drei Mannschaftsmitglieder
freimachen, so dass wir mit neunzehn mehr oder weniger trinkfreudigen Kameraden
das Dorf erstürmen konnten.
Es ging also wie im Vorjahr freitags um ca. 14.00 Uhr Richtung Norden. Entweder
hatte unser Blackie dieses Jahr einen Katheder oder er hat sich heimlich bepinkelt,
jedenfalls roch es nicht sonderlich streng. Kaum zu glauben, aber im Gegensatz
zum Vorjahr hielten wir dieses Jahr nur an jedem zweiten Parkplatz an, was mir
doch schon äußerst münsterländisch vorkam.
Zu unser aller Entzücken hatte es sich Rainer nicht nehmen lassen, ein
kleines, aber durchaus melodisches, Liedchen zu komponieren, zu texten und ebenso
auf der Fahrt uraufzuführen.
Die Reaktion der Mannschaft war quasi überwältigend, was zur Folge
hatte, dass wir eigentlich keine andere Musik mehr brauchten.
Unser Busfahrer Karl-Heinz Hof setzte uns zielgenau im Hotel, Haus Enseling
ab, wartete ein kleines Weilchen, um uns, schon ein wenig belustigt und von
der Fahrt gezeichnet, ins Dorf der Träume zu transportieren. Wenn ich wüsste,
dass Schweine und Kühe saufen, würde ich meinen, es war ein Viehtransport.
Im Dorf angekommen näherten wir uns dem Feind keineswegs vorsichtig, nääh
wir versuchten, ihn mit einem Überraschungsangriff in breiter Front und
an allen Theken gleichzeitig zu schwächen.
Und ich glaube: wir waren verdammt gut!!!
Zu unser aller Ernüchterung stellten wir jedoch bald fest, dass unser,
und besonders vom Rallie, geliebter Karaoke-Musizier-Spass nicht mehr vorhanden
war, was uns wiederum enttäuscht zu den Theken zwang. Na gut- vernichten
wir eben noch ein bisschen den Feind!
Es kam also wie es kommen musste- wir sangen, tranken und gröhlten, daß
einem Nicht-Beerdrinker schon so ein bisschen mulmig werden musste, was zur
Folge hatte, dass wir bis tief in die Nacht keinerlei Probleme hatten, unserem
Widersacher
Auge in Auge Paroli zu bieten.
Gesagt, getan - was zu Folge hatte, dass um ca. 3.00 Uhr auch der letzte Beerdrinker,
(frag mich bloß nicht wer), mehr oder weniger schwankend das heimische
Lager aufsuchte.
Nach getrennter Nacht, fünf von uns mussten im externen Außenlager nächtigen, trafen wir uns also am nächsten Morgen erst mal zu einem ausgedehnten Früh-Feind-Böser Gegner-Vernichtungsschoppen, juhu. Rallie`s Schleisserscheid-Spiel machte unserem Martin und Rainer dann doch am meisten zu schaffen, was für beide eine kurze Auszeit nach sich zog- Rallie, du bist ja soo gemein. So nach und nach fanden wir uns jedoch alle wieder im Dorf ein und trotzten -wie schon am Vorabend - dem bösen Feind.
Nach einer recht kurzen Nacht holte uns dann Karl-Heinz mit seinem Bus wieder ab und es ging zurück ins Heim. Natürlich -wie sollte es auch anders sein - wurden wir noch von der Polizei angehalten, was Ralli veranlasste, nach dem deutschen Botschafter zu verlangen. Nachdem Rainer dann noch seinen Polizei-Witz zum Besten gab und Klaus einen Lebensmittelhusten-Anfall hatte, nachdem er Rainers "Abgase" eingeatmet hatte, durften wir dann die Reise fortsetzen. Alles in allem war es wieder eine Super-Tour!!!!!!
Was uns sonst noch aufgefallen ist:
1. dass St. Martin trotz fundierter holztechnischer Ausbildung keinerlei Ahnung vom Scheite schleissen hat.
2. dass Blackie für hundert Mark von Gitta fast alles, nee alles, macht.
3. dass der Name Disco-Paule tot ist- es lebe Disco-Carsten.
4. dass Rallie, selbst wenn es ihm die Sprache verschlagen hat, immer noch Guido sagen kann (nicht mit dem Mund).
5. dass Eckaaat und Micha unbedingt einen Kurs zwecks Konfliktbewältigung besuchen sollten.
6. dass Gitta mit an Sicherheit grenzender Wahrschein-lichkeit kein Fußpilz mehr hat.
7. dass Kai sein Zimmernachbar wesentlich besser bekommen ist als letztes Jahr.
8. dass Rainer nicht dazu geeignet ist, in der Caribic-Bar mehr als drei verschiedene Cocktails simultan zu trinken.
9. dass Blackie, wenn er mit dem Bus in`s Dorf fährt, und nicht unterhalten wird, sofort in einen Tiefschlaf fällt der ihm die sofortige Rückfahrt beschert.
10. dass Peter ABC-Rheuma-Unterwäsche trägt, und vielleicht genau darum auf einer derartigen Tour niemanden nervt, nicht mal den Paule.